Vor ein paar Jahren zum ersten Mal auf der Fusion gesehen, nun endlich mal wieder ins Gedächtnis gesprungen:  

Mary Ocher 

und wie sich herausstellte, hat die gute Frau auch noch heute Geburtstag. 
Geboren 1986 in Moskau ist Mariya Ocheretianskaya in Tel Aviv aufgewachsen. Seit 2007 lebt sie in Berlin und hat bereits eine beeindruckende Musikkarriere hinter sich. Viele, teils echt schräge Videos sind in den letzten Jahren entstanden. 
Hier drei meiner liebsten. 
 



Wir müssen wollend sein! 

Gedichte vom Kühlschrank



Warum wird Wasser dunkel?

Schön ist Sekt
Trink zwei aus Schrank



Träum im Blutzimmer

Schwanz aber rund aber schwarz durch Scheiß
Brot über Koch muss leer oder Saft schreib beiß
Er sind ich / zieh halt blöd / seid reich
Liebe dein Fass / krieg Luft wie du hast
hör zu / nimm Schlaf / krieg Haft / schreib Macht
  


Will immer mehr Himmel

Häng Zucker weil gut!
Kauft Hundbell!
Steh Hose!

Mann Bauch sei Schwein
wie Schuhe aus Käse
Rühr Salat!
Heiß Maul nicht ess!

Flieg Erde
mach tot!
Kaufen Krone
Feld groß


Pfeffi Briest
Der Klassiker neu aufgelegt

Der deutschsprachige Klassiker über das minzlikörliebende Madel vom Lande wurde zum Sprachrohr ganzer Generationen und man will fast sagen zum Sprachrohr einer ganzen Nation. Mit wem konnten sich die Reichsbürger von 1894 eher identifizieren als mit der kecken (weil total besoffenen) doch zurückhaltend naiven Pfeffi, die sich ihr Leben auf der Schaukel verbringend auf und ab schwang, um schlussendlich in unseren Herzen zu landen. Der kommerzielle Erfolg des beliebten Pfefferminzlikörs ist wohl zu einem Gros der glühenden Schreibe Fontanes zu verdanken, der ihn uns als himmlischen Trunk schier überirdischen Genusses schildert:

Ach wie wohl ich mich fühle“, sagte Pfeffi, „so wohl und so glücklich; ich kann mir den Himmel nicht schöner denken. Und am Ende, wer weiß, ob sie im Himmel so wunderschönen Likör haben.“

Pfeffis Hingabe steigert sich mitunter in einen Wahn wie er nur von den Deutschen des Wilhelminischen Zeitalters nachvollzogen werden kann. Denn die in der Einöde lebenden Frauen kannten meist nicht viel mehr als den Rausch durch den salonfähigen Likör, der damals noch vom Hausherren unter Verschluss gehalten und nur in kleinen Portionen an die Gattin gereicht wurde.

Innstetten holte eine weitere Flasche hervor, die von beträchtlicher Größe mit dem Ersehntesten gefüllt war. Pfeffi sagte kein Wort, und nur ihre Augen wurden immer größer; um ihre Mundwinkel war ein nervöses Zucken, und ihr ganzer zarter Körper zitterte. Mit einem Male aber glitt sie von ihrem Sitz vor Innstetten nieder, umklammerte seine Knie und sagte in einem Tone, wie wenn sie betete: „Gott sei Dank!“

 
Banksy's
 
D  I  S  M  A  L  A  N  D 

still open
 

 

 Der Streetartkünstler Banksy hat in England einen Freizeitpark eröffnet, der zum Nachdenken anregen soll. Als Parodie auf die "Schöne neue Welt" Disneylands soll Dismaland (dismal: engl. für düster, trostlos, trist) eher schockieren denn erheitern. Das ganze Projekt hat Banksy selbt finanziert und mit den Arbeiten von über 50 anderen Künstlern gefüllt. Er selbst hat auch zehn Arbeiten dazu beigetragen. Leider ist die Ausstellung nur noch bis zum 27. September 2015 geöffnet und wird demzufolge schon nach 36 Tagen wieder geschlossen.